Und welche Diät machst du jetzt…?

Liebe Gaumenkünstler,

ich weiß gar nicht, wie oft ich den obigen Satz bis heute schon gehört habe. Und erfahrungsgemäß ist das oft der erste Satz, den ein Abnehmwilliger hört, sollte er doch den Fehler machen seinen Wunsch nach weniger Gewicht tatsächlich laut zu äußern. Spätestens im nächsten Satz folgen dann allerlei gute Ratschläge, wie es die und die Bekannte oder der und der bei Instagram geschafft hat. „Du solltest keine Diät machen, du musst deine Ernährung umstellen.“

An dieser Stelle der Hinweis: Ich selbst lebe eigentlich gemäß dem Grundsatz, dass ich niemandem vorhalte wie er zu essen hat. Oder dass meine derzeitige Ernährung jetzt die einzig wahre ist. Vielmehr glaube ich, dass jeder Mensch anders ist und deshalb andere Bedürfnisse hat. Wir haben vielleicht dieselben Grundvoraussetzungen, aber die Details, die Geschichte, die Hintergründe – das alles ist individuell und sollte meiner Meinung nach berücksichtigt werden.

Wie im vorangegangenen Beitrag erwähnt, versuche ich mich nun an einer Ernährungsform der traditionellen chinesischen Medizin und habe dazu von meiner Therapeutin eine individuelle Empfehlung erhalten. Würde man mir jetzt die Pistole auf die Brust setzen und fragen „Welche Diät machst du jetzt?!“, wäre meine Antwort: „Gar keine, ich ernähre mich jetzt ganzheitlich.“ Oder so ähnlich…

Okay, also wie sieht das jetzt bei mir aus? Stellt sich raus: die individuelle Empfehlung passt gut zu mir und dem Grundstock den ich zuhause habe. Wichtig auch der Hinweis der Therapeutin, dass die Empfehlung nicht als Dogma zu sehen ist und zu 80% durchgeführt werden soll. Ich denke mittlerweile ohnehin, vielleicht sehen wir alle alles irgendwie zu eng und dogmatisch. Hier nun mein persönlicher Speiseplan.

Grundsätzlich erstmal:
alle Milchprodukte meiden. Hach wie schön, das hab ich bei LCHF auch gemacht, kein Problem, damit kann ich mich gut arrangieren.
Wenn ich Getreide esse, dann nur das volle Korn und keine Auszüge. Nach wie vor meide ich allerdings Weizen, denn der bekommt mir tatsächlich nicht so gut.
3x am Tag warm essen. Witzig, warm esse ich am liebsten, Ich musste mir jetzt allerdings erstmal ein Warmhaltebehältnis für Essen zulegen, damit ich auch auf Arbeit warm essen kann.
Fettiges und frittiertes meiden.
Nüsse max. 1 Hand voll pro Tag.

Das, was mir aber am meisten Freude bereitet ist: kein Lebensmittel ist verboten, aus jeder Gruppe ist was dabei: Fleisch, Kohlenhydrate, Süßes, Gemüse, Obst. Es gibt diverse, ich nenne es jetzt mal so, Zutaten, die ich bevorzugt essen sollte, aber ansonsten kann ich mir alles wie es mir gefällt zusammen basteln. Hier die Empfehlungsliste:

Getreide: Weizen, Gerste, Kolbenhirse → nur warm, nicht roh als Salat oder Müsli
Rundkornreis, Langkornreis, Mais, Esskastanie, Kelbereis

Gemüse: gelbe Sojabohnen, Erbsen, Saubohnen, Azukibohnen Karotten, Weißkohl, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Champignin, Shitakepilze, Koriander, Aubergine, Stangensellerie Frühlingszwiebeln, Fenchelknolle

Obst: Äpfel, Litschi, Kirsche, Feige, Weintrauben

Tierisches: Huhn, Hühnerei, Fasan, Wachtel, Ente, Gans, Schinken, Ziege/ Schaf, Rind, Hirsch, Hase, Kaninchen, Hasen-/ Kaninchenleber, Rindernieren, Hirschfleisch, Schweineniere, Hühnerleber, Garnelen
Karpfen, Meeräsche, Hering, Sardellen, Languste, Aal, Zander, Barsch

Gewürze: brauner/ weißer Zucker, Getreidezucker, Honig, Zimt, Nelken, Sternanis, Muskat, Pfeffer

Nüsse: Sesam, Walnusskerne, Kokosnuss

Rapsöl

Hört sich doch eigentlich ganz gut an. Ich bin leider nicht in TCM ausgebildet und kann nur das wiedergeben, was ich anderswo mir zusammen gesammelt habe (keine Garantie für 100%ige Richtigkeit), aber die Traditionelle Chinesische Medizin geht von 5 Elementen aus, die im Körper bestehen: Holz, Erde, Wasser, Feuer, Metall. Jedes der Elemente hat einen Yin und einen Yang Aspekt, beide müssen sich also ausgleichen.
Nach einem Onlinetest (und den vielen, teilweise unangenehmen Fragen meiner Therapeutin) bin ich wohl alles andere als ausgeglichen und fast in jedem Element im Ungleichgewicht. Yay me! Daran orientiert sich auch oben genannte Liste.

Aktuell hab ich große Freude an Ein-Topf-Gerichten. Die gehen schnell und sind super einfach. Da ich den Kopf vor allem mit meiner Therapie belegt halte ist es mir wichtig, dass ich mir über mein Essen jetzt nicht so viele Gedanken mache. Ist mit meiner Essstörung ohnehin nicht so gut. Ich versuche zu essen, wenn ich Hunger habe, wenigstens aber zwischen den großen Mahlzeiten ca. 5 Stunden verstreichen zu lassen. Manche Dinge haben sich eben eingebrannt.

hirsebrei

Hirsebrei in Kokosmilch gekocht mit Rosinen, Mandeln Weintrauben und Chiasamen.
Kartoffel-Bohnen-Curry

Kartoffel-Bohnen-Curry.

Süßkartoffel Curry

Süßkartoffel-Curry mit Kichererbsen, Tomaten, Zucchini und Frühlingszwiebel-Erdnuss-Topping

(ins Essen fotografieren muss ich mich erst wieder reinfinden. ^^)

Ist super, einfach ein paar Sachen zusammen schmeißen und schon hat man ein leckeres Gericht ;)

 

 

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