In eigener Sache: Leptinreset

Hallo Welt,

Ich will nun doch erklären, was es mit dem Leptinreset auf sich hat, da ich auch möchte, dass ihr eventuelle Veränderungen versteht. Zumal ich auch ein bisschen dokumentieren möchte, wie das Essen so aussieht und wie es mir so ergeht.

Zuerst möchte ich dazu erklären, was eigentlich Leptin ist. Ich möchte an dieser Stelle aber noch betonen, ich bin kein Ernährungsexperte, ich gebe lediglich wieder, was ich weiß und wie ich es verstanden habe und das mit eigenen Worten. Es kann deshalb kein Anspruch auf 100%ige Richtigkeit erhoben werden.

Fettzellen stellen Leptin her und die zeigen unserem Gehirn wieviel Fett vorhanden ist. Demzufolge kann das schlaue Gehirn dann feststellen, ob eine Hungerzeit oder eine gute Zeit ansteht und anhand dessen regulieren wie der Stoffwechsel zu händeln ist: Bei Hungerzeiten wird er runtergeregelt – die Zeit in der man möglichst Energie verbrauchen will und auf Sparflamme umsteigt, um den Körper warm zu halten usw. Bei guten Zeiten kann das Gehirn sagen: Jupp, wir können den Stoffwechsel hochfahren und verbrauchen unsere Energie durch die Nahrung, die wir so aufnehmen. Alles perfekt. Das hat jedoch einen Haken, denn das funktioniert nur bei gesunden Menschen.

Diäten bei denen die Kalorien unsäglich hinunter geschraubt werden um möglichst schnell möglichst viel abzunehmen führen einen solchen Hungerzustand ein. Der Körper schraubt den Stoffwechsel runter, den Hunger hoch, in der Hoffnung den Mensch so zum Futtersuchen zu bewegen. Er soll also quasi jagen – dies geschieht bei uns heute durch Sport. Aber wenige Kalorien und dann noch Sport und immernoch kein Futter, desto weniger Energie hat man. Das ist übrigens auch ein Grund warum so viele dicke Menschen einfach den Hintern nicht hochbekommen, sie sind nicht faul, sie können einfach nicht, wenn sie zuviel falsches oder zu wenig richtiges essen und keine Energie haben.

Kommen wir nun zum Knackpunkt. Gerade übergewichtige Menschen haben, wie herausgefunden wurde, einen hohen Leptinspiegel im Blut. Klingt gut? Nun ja, nur halb, denn offensichtlich kommt das Leptin irgendwie nicht im Hirn an. Vielmehr ist ein hoher Leptinspiegel im Blut genau dafür ein Zeichen, dass das Gehirn einfach keine Signale erhält und immer weiter den Hunger oben hält und nach Futter verlangt, obwohl ja eigentlich genug da wäre. Durch zuviel Essen, zuviel falsches Essen werden die Rezeptoren im Gehirn beständig damit beliefert und die Rezeptoren sind schlichtweg überfordert. Wenn ihr nur laute Musik und noch dazu nur mit Kopfhörern hört, dann werdet ihr mit der Zeit auch taub.

Und daraus entsteht ein Teufelskreis: Das Gehirn schreit Futter! Der Mensch isst, denn er bekommt das Signal dafür. Das Leptin hämmert ständig mit der lauten Musik auf die Rezeptoren ein, die taub sind und nix mitkriegen und das Gehirn schreit weiter nach Futter, kriegt aber irgendwie nicht mit, dass ja eigentlich genug da wäre und gleichzeitig merkt es kommt ja nix an. Scheiße, es muss Hungerzeit sein? Okay, lasst uns den Stoffwechsel runterfahren. Während es weiter nach Futter brüllt. Ihr versteht worauf ich hinaus will, oder?

Es gibt nun eine ganze Reihe an „Symptomen“ an denen man feststellen kann, ob man leptinresistent oder leptinsensitiv ist. Darauf mag ich nicht eingehen, sonst würde das hier einfach den Rahmen sprengen. Wen es interessiert, für den verlinke ich ein paar Artikel am Ende dieses Posts.

Ich selbst bin mir nicht sicher, ob ich leptinresistent bin oder nicht. Aber ich glaube nicht, dass ich leptinsensitiv bin, denn ein deutliches Zeichen für eine Resistenz ist auf jeden Fall Übergewicht (auch ab 10kg Untergewicht kann übrigens Leptinresistenz vorliegen, das nur mal so am Rande).

Was wollte ich eigentlich jetzt mit diesem Post sagen? Nun, es kann sein, dass ihr merkt, dass die Rezepte noch weniger Kohlenhydrate enthalten, dass kein Käse usw. mehr vorkommt. Könnte euch auch egal sein, aber ich will meinen Weg gern teilen, denn vielleicht wollen andere daran teilhaben. Gleichzeitig erfordert diese Maßnahme, dass ich noch ein bisschen kreativer werde mit meinen Gerichten und Rezepten, denn ich will mich ja nicht langweilen. Ich habe schon jetzt das Gefühl, dass das wohl in Kunst ausartet. Und ich muss schon nach knapp einer Woche sagen: Mir fehlen meine Tomaten! Außerdem ist es unfassbar schwer Rezepte zu kreieren ohne Käse oder Sahne oder ähnliches. Man geht da sowas von selbstverständlich ran ans Kochen, weil man alles nutzen kann.
Dennoch kann ich auch sagen: Es geht mir gut ohne Milchprodukte.

Dinge, die ich beachten muss:
– keine Nachtschattengewächse (dazu gehören Kartoffeln, Paprika, Aubergine, Tomaten – ohje…)
– keine Milchprodukte (außer Butter)
– keine Snacks (was mir nicht schwer fällt, kann mittlerweile gut ohne Snacks leben)
– weniger als 25g Kohlenhydrate
– keine Kalorienzählerei (mache ich trotzdem, zur Kontrolle nach dem Tag, einfach aus Interesse, ob mein eigenes Bauchgefühl so stimmt)

Beruhigen möchte ich vorab auch: Ich werde nicht hungern, ich werde gut und ordentlich essen – weiterhin im Rahmen von LCHF. Es schließt lediglich ein paar Faktoren aus.
Gestartet bin ich damit am Samstag, 05.04.2014. Das ganze wird so 6 – 8 Wochen dauern. Kann eine ganz schön lange Zeit werden, aber ich hoffe einfach, dass es das bewirkt, was es bewirken soll, es mir bald noch besser geht. Abnehmen spielt natürlich noch weiter eine Rolle, ist bei diesem Projekt aber relativ nebensächlich. Es wäre gelogen, würde ich sagen, es wäre mir egal, ob ich weiter abnehme oder nicht. Es wäre aber ein durchaus positiver und erfreulicher Aspekt, wenn es gut flutscht nebenher. Die Waage werde ich für diesen Zeitraum verbannen, denn derzeit treibt sie mich in den Wahnsinn. Nach dieser Zeit, werde ich versuchsweise testen, ob ich Milchprodukte und die Nachtschattengewächse vertrage.

Da ich euch nicht mit Einzelheiten quälen möchte, habe ich hier noch ein paar interessante Links zum Thema, in die ihre euch vertiefen könnt, wenn euch das interessiert.
Leptinreset – kurzer Plan (englisch)
Leptinreset – detaillierter Plan (englisch)
Leptinreset FAQs Jack Kruse (englisch)
– für alle, die es lieber deutsch mögen eine sehr gute Zusammenfassung

Was ist Leptin?
Leptin kurz erklärt.
Leptin im englischen Wiki
Die weniger ausführliche Variante im deutschen Wiki

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5 Gedanken zu “In eigener Sache: Leptinreset

  1. Shannon schreibt:

    Yes, banish the scale while you do the Leptin Rx. I did it in 2011 to help with my dawn phenom. I ended up getting better sleep, changes in body composition, and being able to tell habit from hunger. Time and patience, good luck in your journey.

    • gaumenkunst schreibt:

      Thank you, for your words, this reinforces my decision. Everything about this just sounds so encouraging although it may be tough, but I really do hope that everything is going to turn out fine.

  2. reckenundschmecken schreibt:

    Der Artikel ist auf der einen Seite furchtbar interessant, weil ich noch gar nichts darüber wusste, auf der anderen Seite natürlich sehr schade für dich. Ich wünsche dir viel Durchhaltevermögen und dass sich das schnell wieder zum Besseren wendet!

  3. Melli schreibt:

    Ich mache seit einigen Wochen die anabole Diät. Max. 25 gr. KH, ca. 100 gr. EW, Löwenanteil Fett ca. 130-150 gr. Kaloriendefizit ca. 500 – 1000 je nach Trainingseinheit. Bei der Variante, die ich hier durchführe habe ich inzwischen festgestellt, wie wichtig ein Refeed Tag tatsächlich ist. Stichwort: Leptin! Ohne den Refeed habe ich festgestellt, dass ich spätestens nach 8 Tagen einen Gewichtsstillstand habe, wo sich dann tagelang nichts mehr tut. Lege ich aber nach 6 Tagen einen Refeed ein, wo dann 70 % der Nahrung aus guten Kohlenhydraten besteht und max. 30 gr. Fett gegessen wird funktioniert das Abnehmen weiter. Aus der Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr wichtig ist den Stoffwechsel wieder anzukurbeln und den Leptinspiegel wieder zu erhöhen. Andere Varianten, wo ich wochenlang in Ketose bleibe, wie mich z.B. monatelang LCHF zu ernähren bringen bei mir viel weniger Erfolg bzw. Gewichtsverlust dauert wesentlich länger. Und so kann ich einmal wöchentlich ausreichend Gemüse, Hülsenfrüchte etc. essen. Zucker, Weißmehl etc. esse ich aber nie und halte auch immer das Kaloriendefizit ein.

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