Mein Weg zum Low Carb

Hallo Welt,

heute gibt es mal kein Rezept, sondern eher einen Bericht darüber wie ich zu Low Carb gekommen bin. Und warum ich mich dafür entschieden habe. Besonders weil ich heute nach 3 Monaten wieder einen Erfolg zu verbuchen habe, bin ich motiviert euch an meiner Geschichte teil haben zu lassen. Innerhalb von 3 Wochen habe ich nun mal wieder 5kg abgenommen. Und war die letzten 2 Wochen besonders streng mit mir. Und ich fühle mich hervorragend! Nicht gequält, nicht gestresst, sondern einfach nur gut. =)

Ein langer Weg.

Mein Abnehmweg ist lang und dauert mittlerweile schon 11 Jahre an, da ich ab meinem 14. Geburtstag immer weiter zunahm ohne dass es für mich einen offensichtlichen Weg weg vom Übergewicht gab. Immer wieder kurzzeitige Erfolge, auch mit großen Kiloerfolgen, aber auch mit Jojoeffekt, teils aus gesundheitlichen Gründen, teils auch weil mich dann der Mut aufgrund der Gesundheit verließ und ich so immer wieder weiter nach oben schnellte.

Ich versuchte viele Dinge: Schlank im Schlaf, Weight Watchers, kein Fett, Kalorien gezählt, usw. Nichts brachte den gewünschten Erfolg. Vor mittlerweile 3 Jahren wurde ich auf Youtube von dieser wunderbaren Frau als Freundin hinzugefügt.

Der Beginn:

Ich kann ihren Kanal auch nur weiter empfehlen, Mode für Dicke, Lifestyle, Rezepte, Ratschläge. Sie selbst hat auch einen langen Weg hinter sich und ich fand das so inspirierend, dass ich mich quasi ihr anschloss. Sie hat auch einen eigenen Blog, der sehr informativ ist.

Und so fand auch meinen eigenen schritterweisen Weg zu Low Carb, der aber immernoch und immer wieder von Rückschlägen geprägt war.

Nachdem also alles gescheitert war und ich irgendwie auch absolut hoffnungslos geworden war und dachte, dass ich eben Zeit meines Lebens so fett bleiben werde wie ich bin, kam ich auf ihren Kanal. Damals stellte sie gerade die AZTD vor – die Alle Zwei Tage Diät (ich weiß, die Seite sieht nach bösen Shopping aus, ihr müsst es ja nicht kaufen, aber das Video ist auch ganz gut). Ich besorgte mir das Buch ebenfalls, auf Englisch ist es die Every Other Day Diet (EODD) und war angetan. Darin werden die KH drastisch reduziert, man wiegt sein Essen nicht mehr ab, sondern misst es mit seinen Handflächen. Das ist eigentlich die optimale Messeinheit um zu berechnen wie viel ihr essen könnt. Wieso? Eure Hände sind proportional perfekt zu eurem eigentlichen Körper. Formt mit euren Händen mal eine Schüssel, wisst ihr wieviel Essen da hinein passt?!

Das Schöne an der EODD war, dass es einen sanften Einstieg gab, wo man sogenannte Zehr- und Nährtage im Wechsel hat und an Nährtagen kann man alles essen, was man will. Umbenannt in Schlemmtag erkennt ihr sicherlich ein Muster. 😉 Das ganze nennt sich dann Caloric Cycling, was dafür sorgen soll, dass der Stoffwechsel immer angekurbelt bleibt und nicht herunterfährt.

Erste Erfolge

Das System schlug an, ich nahm ab. Im großen und Ganzen bewahre ich das auch immernoch. Es gibt Tage mit mehr Essen und Tage mit weniger Essen.

Mit der Zeit, der Anne blieb ich ja treu, änderte sich ihr System und somit auch meins. Irgendwann gab es andere Namen: Paleo, Primal, ketogene Ernährung und LCHF. Es kamen auch immer mehr neue Erkenntnisse dazu, die den Körper und dessen Chemie betrafen. Sie veröffentlichte auch ihre eigene Ernährungsweise: Flatrate Diet.

Ich persönlich bemerkte irgendwann wenn ich länger herkömmlich aß, dass es mir nicht mehr bekommt. Symptome dafür waren bei mir, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu Essen. Ich könnte den verdammten Tag nur fressen. Kaum mit Essen fertig, könnte ich weiter essen, egal wie satt ich bin. Dazu kommt die ständige Müdigkeit, die mich irgendwann auch echt depressiv werden lässt. Die Trägheit nach dem Essen. Von den Blähungen mal ganz zu schweigen. Meine Haut wird auch deutlich schlechter. Und Bauchschmerzen und Durchfall sind dann auch nicht selten. Für mich gibt es viele Gründe, die gegen eine herkömmliche Ernährung sprechen.

Die Vorteile für Low Carb liegen also klar auf der Hand für mich. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Das was für mich funktioniert, muss für andere nicht genauso funktionieren. Kein Mensch funktioniert wie ein anderer. Auch die Kohlenhydratmenge, die ein einzelner Mensch verträgt ist unterschiedlich von Mensch zu Mensch. Letztens las ich von einer Frau, die mit nur 13g KH am Tag auskommen müsste, damit sie in der Ketose bleibt. Ich persönlich kann bis zu 100g KH zu mir nehmen um mein Gewicht zu halten, muss aber dennoch abends die KH weglassen, damit ich es halten kann.

Was ich übrigens auch festgestellt habe ist, dass meine Haare und meine Nägel deutlich schneller wachsen als früher. Sie reißen auch nicht mehr so schnell ein, aber das ist für mich eher zweitrangig. Gelegentlich nervt es mich sogar.

Es läuft

Die drastischste Änderung vollzog ich letztes Jahr im April. Ich verzichtete von heut auf morgen komplett auf Milchprodukte, Getreide und sämtliche Gewürze. Nur die Cola light, von der konnte ich nicht lassen. Das ganze nannte man dann Clean Eating für 30 Tage, oder kurz: CE 30. Ich hatte damit bombastische Erfolge, auch wenn es dabei nicht darum ging möglichst viel in kurzer Zeit abzunehmen. Es waren dennoch 9kg in den 30 Tagen. Ich lernte in den 30 Tagen auch wieder den puren Geschmack von allem kennen. Unsere Geschmacksnerven werden heutzutage doch arg befeuert von dem ganzen Zucker und den Geschmacksverstärkern überall. CE 30 basiert auf einem Konzept namens Whole 30. Anleitung auf Englisch.

Nicht perfekt, aber menschlich.

Seitdem bin ich gut dabei. Natürlich habe immer mal wieder auch Hänger gehabt, war mal hoffnungslos, mal lustlos. Manchmal irritiert mich auch Herr Gaumenkunst, denn im Gegensatz zu mir muss er eher High Carb essen, also wirklich das komplette Gegenteil. Womit wir wieder bei jeder Mensch funktioniert anders wären. Da ich nicht perfekt bin, habe ich auch nicht den Anspruch an mich, dass sofort alles klappen muss. Immerhin habe ich 11 Jahre gehabt um mir mein Fett anzueignen, also braucht es auch einen gewissen Zeitrahmen bis es wieder runter geht. Aber ich bin zumindest auf dem Weg.

Deswegen sage ich auch gern: ich bin auf dem Weg zu meiner besseren Hälfte. 😉 Für mich geht es auch schon längst nicht mehr ums bloße abnehmen, sondern mittlerweile auch um meine Gesundheit und Zukunft. Ich kann also jeden nur ermutigen, für sich selbst zu schauen, was ihm gut tut und was nicht und alles dementsprechend auch anzupassen.

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3 Gedanken zu “Mein Weg zum Low Carb

  1. frolleinclothilde schreibt:

    Yep, den Kanal kenne ich. Wirklich sehr inspirierend und etwas Shopping ist zu ertragen, denn wir müssen schließlich alle sehen, wie wir zurandekommen.

    Liebe Gaumen-Kunst, du bist eine wirklich gescheite, mit praktischer Intelligenz und einer guten Portion Sinnenfreude gesegnete Frau. Es macht mir viel Freude, dir und deinen Rezepten zu folgen. Ich bin mir sicher, dass dir diese Kombination in den kommen Jahren deines Lebens noch viele Türen zu spannenden und schönen Erlebnissen öffnen wird.
    Wollte ich mal gesagt haben …

  2. Claudia und Maya in Schweden schreibt:

    Hallo!
    Bin gerade über deinen Blog gestolpert bei der Googlesuche nach LCHF Rezepten. 🙂
    Was du hier geschrieben hast, erinnert mich gut an die Zeit im Oktober 2015 als ich kurz davor war zu akzeptieren dass ich wohl immer dicker und dicker werden würde. Dann stieß ich auf das Einführungskapitel des Buches „Köstliche Revolution“ und es fiel mir wie Schuppen von den Augen… ich wusste endlich was mein Problem war!
    So wie du hab ich natürlich auch alles möglich ausprobiert um abzunehmen und auch immer wieder mehr oder weniger qualvoll (hungrig) ein paar Kilo verloren… aber die waren genauso schnell wieder oben.
    Ich war eigentlich schon immer etwas „molliger“ wie man so schön sagt aber in den letzten 8 Jahren habe ich sage und schreibe 20 kg zugenommen. Seit Anfang Oktober 2015 habe ich mit LCHF 6 kg abgenommen … und stehe leider seit Monaten beim gleichen Gewicht. Allerdings hab ich ab Ostern dann auch wieder mehr Schokolade (>70% Kakaoanteil) gegessen und mehr Rotwein getrunken… da kann man dann auch mit LCHF nicht abnehmen. Aber hej… ich hab zumindest nicht zugenommen und das ist doch schon was. 😉
    Seit zwei Tagen bin ich jetzt aber wieder strikt und schauen wir mal, was das nun bringt.
    Ich muss mir einfach mehr Zeit für mich selbst nehmen und vor allem beim Essen planen besser werden… sonst wird es wieder viel zu oft Low Carb Pasta … aber wenn man solche Sachen zu oft isst, bleibt Low Carb ja dennoch auf der Strecke.

    Aber selbst wenn die Abnahme jetzt nicht so groß ist, fühle ich mich ganz einfach viel besser. ich habe keine Blähungen mehr, ich habe keine Verstopfungen mehr (konnte früher oft drei Tage nicht aufs Klo) und ich schlafe nicht mehr jeden Tag um 14:30 Uhr im Büro fast ein… das war echt schon schlimm.

    Also weiterhin viel Erfolg und nicht verzagen … die Kilos kamen nicht an einem Tag und werden auch nicht an einem Tag verschwinden. Gut Ding braucht Weile! 🙂

    LG Claudia

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