[Erfahrung] Cola Entzug

Hallo Welt,

heute habe ich einen etwas anderen Beitrag für euch. Vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen.

Jeder Mensch hat so seine Schwächen, oder? Meine war erst Cola, dann Cola light. Ich weiß, beides pures Gift, aber ich habe beides sehr lang und eigentlich schon so lang ich denken kann getrunken. Irgendwann stellte ich dann fest, dass es nicht mehr zu meinem Lebensstil passte, den ich führte oder zumindest führen möchte: So natürlich wie möglich, ohne große Zusatzstoffe. Hätte mir ja auch früher auffallen können? Ja, hätte es. Aber wer sieht schon einen einzigen Baum, wenn er in einem Wald steht?!

Also beschloss ich im Mai, ich würde einen Entzug machen. Das war auch nicht der erste. Ich hatte schon einige Versuche hinter mir, mit den unterschiedlichsten Methoden: Von Tag zu Tag weniger zum Beispiel wird oft empfohlen. Aber ich muss sagen, wenn ich ein Mal eine Flasche anfange, dann trinke ich sie auch zu Ende. Hat also nicht geklappt.

Ich war nur diesmal sehr sicher, denn ich wusste, es passt einfach nicht mehr, wenn ich mich so ernährte und lebte wie ich es tat und tue, dann sollte es keinen solchen Konsum mehr geben. Basta.

Ich ging also diesmal in den kalten Entzug. Von einem Tag auf den anderen. Jetzt oder nie! Ich stieg radikal auf Tees um (meine Teesammlung hat mittlerweile einige Ausmaße angenommen) und Leitungswasser. Selters oder Mineralwasser mag ich nicht, mochte ich nie. Ich finde auch keine richtige Sorte für mich, alles schmeckt säuerlich komisch eklig. Fruchtsäfte verdünnen fiel auch aus – da hätte ich ja gleich eine Scheibe Brot essen können. Also kam mir das auch nicht ins Haus. Es blieben demzufolge nur wirklich Wasser und Tee.

Mittlerweile gehe ich auch bei Tee soweit, dass ich sage KEINEN einzigen Süßstoff will ich da drin haben, dazu gehört auch Honig, denn der hat auch KH.  Oder irgendeinen anderen Stoff, der mir komisch vorkommt, gehört da auch nicht rein. Erst neulich beim einkaufen habe ich ein Unding gesehen: Ich wollte türkischen Apfeltee kaufen, denn Kaufland hat nun eine Frischteetheke, super fand ich das. Nicht lange. Denn bei näherem hinsehen war Vitamin-C-Lösung drin. Wie bitte? Der Tee blieb wo er war.

Der Entzug dauerte ca. eine Woche. Wohlgemerkt, der körperliche Entzug. Der ging einher mit Kopfschmerzen, Müdigkeit und Grantigkeit. Wie gut, dass ich da kaum Freunde um mich drum rum hatte. Ich war echt genervt. Von mir, von dem Entzug, von der Cola, von der Nahrungsmittelindustrie. Ich hatte die derbste Migräne von 4 Tagen an die ich mich erinnern kann. NICHT SCHÖN!

Aber als dann die Kopfschmerzen weg waren, fühlte ich mich besser. War ja gar nicht so schwer?!

Jaha, dann kommt aber auch noch der seelische Entzug. Oder besser formuliert: Das Durchbrechen der Gewohnheit, der Konditionierung. Das sagt einem niemand. Jedes Mal wenn ich einen Schluck Wasser oder Tee nahm, dachte ich an etwas sprudeliges, was jetzt viel besser wäre. Hach, jetzt ein Glas Cola, das wärs… Nee, gibts nicht. Der Gewohnheitsentzug dauerte dann einen guten Monat.

Hier sei auch Herr Gaumenkunst erwähnt, den musste ich nämlich einspannen. Wenn ich nach Hause kam, durfte keine Cola light vorhanden sein, nirgendwo. Weder in meiner Heimat noch in der seinigen, ich rief überall an, ehe ich wohin fuhr und stellte sicher, dass bitte niemand! Cola light im Haus hatte. Anderenfalls wäre ich sehr schnell wieder Gefahr gelaufen welche zu trinken. Witzigerweise hat er so gleich mit einen Entzug gemacht, er trinkt jetzt Selters und ich Leitungswasser.

Insgesamt geht es mir ohne Cola light nicht viel besser oder schlechter oder anders. Ab und an genehmige ich mir mal eine, aber das artet dann nicht mehr aus. Denn ich habe meinen ganzen Flüssigkeitshaushalt aus Cola light genommen. Unvorstellbar? Ja, für mich auch. Heute zumindest. Es ist dann eher etwas, das ich mir bewusst gönne. Aber es fixt mich nicht mehr so an. Aber ich fühle mich trotzdem irgendwie besser, weil ich weiß, dass ich diese chemische Scheiße (Entschuldigung…) zumindest ausradieren konnte. Es fühlt sich besser an und passender zum restlichen Lebensstil

Wer von euch also eine kleine Schwäche hat, die der meinigen ähnelt, sei es Limo oder sonst was: Es ist machbar! Und vor allem, wenn ihr ein Umfeld habt, das euch beisteht und es auch versteht, ohne euch zu bemängeln, dass ihr überhaupt soas zu eucht nehmt oder so ähnlich. Habt auch keine Angst vor dem Entzug, denn gerade die körperliche Seite ist wirklich zeitlich absehbar und dauert höchstens! eine Woche.

Aber es bringt euch einen Schritt näher hin zur Gesundung. ;) Also nur Mut!

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Ein Gedanke zu “[Erfahrung] Cola Entzug

  1. Natalie schreibt:

    Hallo Gaumenkunst,

    mit Begeisterung habe ich deinen Beitrag gelesen :) ich (war) auch eine Coca-Cola süchtige… ich habe letzen Samstag meine letzte Cola getrunken und dann einen trockenen Coca-Cola Entzug gemacht.. am schlimmsten war es morgens, ich überbrücke das momentan so: 1 Espresso mit etwas Agavendicksaft und eine Tasse Wasser 40° mit Zimt Honig….. das hilft mir ungemein :) ich hatte erst am Dienstag und Mittwoch leichte Kopfschmerzen, es juckt mich gar nicht mehr, selbst wenn ich dran denke, denke ich; Boah jetzt hast du 30 Jahre lang mind. 2 Liter Cola am Tag getrunken und soviel Gift zu mir genommen. Ich bin richtig Stolz auf mich, dass ich jetzt schon 135 Stunden trockener Cocaholiker bin ;)

    Es ist wirklich einfach, einfach damit aufzuhören, sucht Euch einen Ersatz !

    Liebe Grüße
    Natalie

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